Das Projektkonsortium, bestehend aus den drei Partnern AEE – Institut für nachhaltige Technologien (Konsortialführer), dem Lehrstuhl für Energieverbundtechnik der Montanuniversität Leoben und e-think energy research, wurde beauftragt die industriellen Abwärmequellen der Steiermark zu identifizieren, zu erheben und auszuwerten.

Für die Abwärmepotenzialerhebung wurden verschiedene Methoden angewandt, um ein möglichst genaues und breites Erhebungsbild zu erhalten:

  • Veröffentlichungsbasierte Bottom-up Analysen von Prozessen
  • Fragebögen
  • Top-Down Analysen der übrigen Firmen mittels statistisch abgeleiteter Kennzahlen

Mit der veröffentlichungsbasierten Bottom-up Analyse von Prozessen wurde vom Lehrstuhl für Energieverbundtechnik eine neue Methode zur Ermittlung von Abwärmepotenzialen in der energieintensiven Industrie angewendet. Auf der Basis von öffentlich verfügbaren Umweltberichten und EMAS-Umwelterklärungen sowie den CO2-Ausstößen aus der ETS-Datenbank der Europäischen Union erfolgt dabei im ersten Schritt die Erhebung der eingesetzten Energien. Im darauffolgenden Schritt werden die jeweils relevanten Prozesse recherchiert und so genau wie möglich nachgebildet. So können Abwärmen über Rauchgase, Kondensation, Ab- und Kühlwässer, Produkt- und Hallenabwärmen und Abluft Maschinenkühlung bestimmt werden. Um Unternehmensstandorte ohne explizite Informationen abzubilden, wurde auf spezifische Kennzahlen, Temperaturen etc. ähnlicher Betriebe oder aus der Literatur zurückgegriffen.

Das gesamte technische Abwärmepotenzial in der Steiermark beträgt 7,58 TWh/a. Davon sind 0,7 TWh/a (9 %) bereits genutzt und 6,88 TWh/a (91%) noch ungenutzt. In Summe wurden 194 ungenutzte Abwärmequellen von 120 Firmen erhoben. Von 39 Firmen wurden 52 genutzte Abwärmequellen identifiziert.

Die größten ungenutzten technischen Abwärmepotenziale befinden sich in der Papierindustrie (3,34 TWh/a), Metallerzeugung (2,20 TWh/a) und Glas- u. Keramikindustrie (0,76 TWh/a). Die restlichen Branchen kommen gemeinsam auf 0,58 TWh/a. Der Großteil (82 %; 5,63 TWh/a) der technischen Abwärmepotenziale liegt bei Temperaturen unter 50 °C vor, ein Anteil von 9 % (0,63 TWh/a) liegt über 100 °C vor, der Rest (9 %; 0,62 TWh/a) liegt zwischen 50 und 100 °C vor.

 

Abbildung 1: Aufteilung der Abwärmepoteziale nach Branchen und Nutzung

 

Insgesamt zeigt dies ein sehr großes technisches Potenzial, was einem Anteil von 14 % am gesamten steirischen Endenergieeinsatz (52,40 TWh) entspricht. Verglichen mit dem Wärmesektor könnten bilanziell 29 % des benötigten Wärmeendenergiebedarfes von 25,78 TWh gedeckt werden.

Für die Initiierung und Umsetzung konkreter Projekte ist es darüber hinaus notwendig, dass potenzielle Abwärme-Anbieter, Abwärme-Abnehmer sowie Planer und Projektentwickler miteinander in Kontakt treten. Im Rahmen des Projektes wurde daher ein Konzept sowie Anforderungen und Spezifikationen einer Abwärme-Kontakt-Plattform für die Steiermark erarbeitet und in einem Basis-Lastenheft zusammengefasst.

Die vorliegenden Ergebnisse der Abwärmepotenzialerhebung werden als technische Abwärmepotenziale in den Digitalen Atlas Steiermark integriert, wobei sämtliche Betriebe mit einem Abwärmepotenzial auf einem eigenen Kartenlayer verortet werden.

 

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Projektlaufzeit:  01.09.2020 – 30.11.2021

Projektpartner: AEE INTEC – Institut für nachhaltige Technologien, e-think energy research

   

Fördergeber: Dieses Projekt wurde aus Mitteln des Landes Steiermark – Abteilung 15 – Energie, Wohnbau, Technik, gefördert.

 

 

Öffnungszeiten

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